Sehr geehrte Frau Schwarz,

ich bin 23 jahre alt und vor einem 3/4 jahr für´s studium nach b.gekommen. ich habe mit 18 jahren in m.
eine 1 1/2 jährige psychotherapie begonnen, die ich dann aber wegen mangelndem erfolg abgebrochen habe.

da ich zur zeit wieder sehr depressiv bin (ich leide unter ständiger müdigkeit, antriebs- und
perspektivenlosigkeit, was mein Studium stark beeinträchtigt) bin ich nun hier auf der suche nach einem
guten therapeuten, der mir unter anderem sowohl bezüglich meiner problematischen einstellung zu meinem
körper und zur sexualität, als auch meiner wahrscheinlich psychosomatischen hautprobleme (eine art
neurodermitis) helfen kann.
dabei bin ich mir allerdings nicht im klaren, ob es für mich besser wäre, einen weiblichen therapeuten
aufzusuchen, da ich speziell bei männern schwierigkeiten habe, vertrauen aufzubauen und mich ernst
genommen zu fühlen.

ich bin einerseits so hoffnungslos was meine lage betrifft und enttäuscht von medizinern, die mich nicht
ernst genommen haben, und andererseits bin ich aber nicht bereit meine situation als schicksal hinzunehmen.

bitte helfen Sie mir, indem Sie mir therapeuten empfehlen, die bei meiner problematik infrage kommen!

ich hoffe auf eine antwort von Ihnen und danke im voraus,

Anja S.

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Sehr geehrte Frau S.,
die mutige, offene Beschreibung Ihrer Probleme macht deutlich, wie wichtig es f
ür Sie wäre, eine
vertrauensvolle Therapeutin zu finden. Ihre Enttäuschung in Bezug auf Mediziner und den scheinbaren
Misserfolg Ihrer Therapie sollte sie nicht mutlos werden lassen, da Therapie eine gute Möglichkeit sein kann,
sich mit den Ursachen von Symptomen, den inneren Konflikten und so mit den eigenen unbewussten Seiten auseinanderzusetzen, Entwicklungspotenzen freizusetzen, Entwicklung wieder in Gang zu bringen.
Voraussetzung ist hierfür eine therapeutische Beziehung, in der sie sich aufgehoben und verstanden fühlen,
wo es aber auch möglich ist, sich konflikthaft auseinanderzusetzen. Von meiner Seite ist es deshalb schwer,
Ihnen einen "guten" Therapeuten zu empfehlen. Sicher verstehen Therapeuten ihr Handwerk unterschiedlich
gut, weshalb es wichtig ist, sich an Therapeuten zu wenden mit fundierter theoretischer und praktischer
Ausbildung, wie es z.B. bei Therapeuten anerkannter psychoanalytischer Institute der Fall ist.
Desweiteren ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, auf welche therapeutische Richtung man sich
selbst einlassen möchte. Von den Krankenkassen zugelassen sind psychoanalytisch, tiefenpsychologisch
fundierte Psychotherapien und die Verhaltenstherapie. Während letztere lernpsychologisch ausgerichtet
ist, geht es in psychoanalytischen Therapien um die Bearbeitung innerpsychischer Konflikte unter
Einbeziehung der bisherigen Entwicklung. Innerhalb der psychoanalytischen Richtung gibt es ebenfalls
verschiedene methodische Herangehensweisen wie die Psychoanalyse nach Freud bzw. seinen Nachfolgern
oder die Analytische Psychotherapie nach C.G. Jung (s. auch Hinweise von Dr. Wischmann Heidelberg -
eine Link in meiner homepage). Konnten Sie die "Richtungsfrage" für sich klären, kommt der schwierigste
Schritt - einen entsprechenden Therapeuten zu finden - der für Sie ein guter ist. Hierfür ist es möglich,
die probatorischen Sitzungen zu nutzen, die vor der eigentlichen Therapie liegen können, in der Patient
und Therapeut prüfen können, ob eine für den Erfolg der Therapie positive therapeutische Beziehung
möglich erscheint. Es wird vielleicht klar, dass es für einen "außenstehenden" Menschen schwierig ist,
Ihnen einen konkreten Therapeutenrat zu geben - es könnte möglicherweise enttäuschend für Sie sein.
Was können Sie also tun: Es gibt
> 1. bei der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin einen Lotsendienst, der eine Liste von Therapeuten mit
freien Plätzen hat -
> 2. die Ambulanz des Instituts für Psychotherapie hat eine Vermittlungsstelle, in der erste Gespräche
geführt werden und entsprechend Ihren Wünschen und Vorstellungen eine Therapeutenvorauswahl möglich ist.

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Seit 2 Jahren besuche ich eine Therapie, doch ich bin mit meiner Therapeutin nicht zufrieden ... das war
ich schon zu Beginn der Therapie nicht, doch ich traute es mich nie zu sagen. Und so besuche ich Woche zu
Woche diese Praxis mit dem Gef
ühl: ich will dort gar nicht hingehen und bringen tut es mir auch nichts.
Ich habe schon öfters überlegt den Therapeuten zu wechseln, doch ich hatte nicht den Mut, kann mich
einfach nicht von ihr lösen. Irgendwie komme ich mir abhängig vor. Als ich mich dann einmal überwandt mit
ihr darüber zu sprechen - war es die reinste
Katastrophe - sie war total enttäuscht und ich mußte mir Vorwürfe anhören, die mich sehr verletzt haben.
Doch trotzdem kann ich micht nicht von ihr lösen, denn meine Eltern sind so überzeugt von ihr. Für sie ist
meine Therapeutin die Beste und die Einzige, die an mich heran soll. Obwohl meine Eltern sie gar nicht
ausgesucht haben, sondern das das Krankenhaus dies erledigte.

Was soll ich nun machen?

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Liebe V.,
ich habe Ihre Anfrage mit Interesse gelesen und m
öchte sie auch gern beantworten, soweit es mir möglich ist.
Vorausschicken möchte ich jedoch,dass das, was ich im Folgenden schreiben werde, meinem Gefühl und
meiner Erfahrung entspringt.
Es entspricht also nicht der absoluten Wahrheit, da es diese nicht geben kann, jeder Mensch die Welt mit
seinen Augen sieht und die Eindrücke an der inneren Erfahrungs- und Gefühlswelt gebrochen werden. Dies
ist auch daran ersichtlich, dass zwar Ihre Eltern die Therapeutin als positiv erleben, aber Sie das Empfinden
haben, nicht die für Sie hilfreiche Beziehung herstellen zu können. Bedenklich ist, dass Sie dieses Gefühl
schon 2 Jahre haben, so dass die Gefahr besteht, dass es bei Ihnen zu einer eher negativen Einstellung
gegenüber Psychotherapien kommen kann. Sie können so die eigentlich nützlichen Möglichkeiten einer
Psychotherapie, Potenzen zu wecken und Entwicklung voran zu bringen, wenig erfahren. Auf diese Weise
wirkt die Therapie eher schädlich, als dass sie Nutzen bringt. Vielleicht sollten Sie das Folgende für sich
kritisch bedenken und dann entsprechende Schlussfolgerungen ziehen, möglicherweise die Therapeutin
wechseln, was in Ihrem Alter auch nach österreichischem Recht als von den Eltern unabhängige Entscheidung
möglich sein müsste.
Ich weiß nicht, unter welchen Umständen Sie in die Therapie gegangen sind -nach Klinikaufenthalt? -
freiwillig oder gezwungen? Da ich davon ausgehe, dass ein bestimmter Zwang vorhanden war, eine Therapie
zu beginnen, ist es möglich, dass Sie das daraus entstandene negative Gefühl von Anfang an auf die
Therapeutin übertragen haben: Sie wurde zur "bösen Mutter" - wenn nicht bewusst, dann unbewusst.
Das Gleiche gilt auch dem Fakt, dass das Krankenhaus bzw. Ihre Eltern die Therapeutin mehr oder weniger
für Sie
ausgesucht haben - das zu einer Zeit, in der Jugendliche gewöhnlich gegen ihre Eltern rebellieren, die
Loslösung vom Elternhaus beginnt und damit auch die Selbstständigwerdung und -entscheidung.
Insofern entstanden für den Beginn der Therapie nicht besonders gute Ausgangsbedingungen.
Manchmal ist es wichtig, trotzdem eine Therapie in Angriff zu nehmen, z.B. wenn es um den Schutz des
Lebens des Patienten geht - z.B. bei Suizidgefahr oder Magersucht. Aber auch in diesen Fällen ist es
wichtig, dass der Patient in die Therapeutenentscheidung einbezogen wird, da man sagen kann, dass die
therapeutische Beziehung eines der wichtigsten Momente für den Erfolg einer Therapie darstellt.
Widerstände gegen Therapie und Therapeuten treten allerdings in jeder tiefergehenden Therapie im Verlauf
der Zeit auf und sind sogar notwendig, um die grundlegenden innerpsychischen Konflikte zu bearbeiten.
Zu diesem Zeitpunkt sollte man auf keinen Fall den Therapeuten wechseln. Ein Psychoanalytiker
bearbeitet diese Phase dann intensiv mit dem Patienten.
Diese Arbeit ist sehr schwierig, kann dann aber den entscheidenden Erfolg für den Patienten bringen.
Aus diesem Grunde verstehe ich nicht so ganz, dass Ihre Therapeutin in der beschriebenen Art und
Weise reagiert hat - ich weiß allerdings auch nicht, welcher Therapierichtung sie angehört.
Eine andere Frage ist Ihr Abhängigkeitsgefühl. In gewisser Weise gehört dies zu einer intensiven
Psychotherapie. Auf der anderen Seite muss es jedoch Ziel einer Jugendlichentherapie sein, den Patienten
selbstständig und unabhägig werden zu lassen. Das heißt die Abhängigkeit darf nur so weit gehen,
dass die Sicherheit besteht, die vorhandenen Probleme und Konflikte
bearbeiten zu können - im "geschützten Raum". Es muss aber gleichzeitig gewährleistet sein, dass der
Jugendliche sich als unabhängige Persönlichkeit sehen kann, frei in seiner Entscheidung. Therapie soll
also nicht die elterliche Bindung und Abhängigkeit ersetzen, sondern den Jugendlichen anregen, über sich
nachzudenken, selbst für sich Verantwortung zu übernehmen und damit unabhängig zu werden.
Vorerst noch eine letzte Idee, die Sie überdenken sollten. Abhängig kann man nach meiner Meinung
entweder nur werden, wenn man "hypnotisiert" ist oder wenn man den anderen braucht, ohne ihn nicht
leben kann, weil er einem etwas gibt, was man sonst vermisst. In diesem Zusammenhang sollten Sie noch
einmal in Gedanken an den Anfang der Therapie zurückkehren und Ihre Entwicklung bis zum heutigen Tag
überprüfen und kritisch hinterfragen, ob es in Ihrer Therapie nicht doch Erfolge gegeben hat - vielleicht
winzige Schritte vorwärts.

Ich hoffe, dass Sie aus meiner Antwort ein paar Anregungen erhalten haben,eine Entscheidung für sich zu
treffen, die Sie in Ihrer Entwicklung weiterbringt. Ich stehe auch gern für weiterführende Fragen zur
Verfügung, würde mich freuen, wieder etwas von Ihnen hören.

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Spieltherapie

Hallo!
Ich schreibe derzeit meine Diplomarbeit zum Thema"Spieltherapie" und suche dringend noch aktuelle
und informative Literatur. Au
ßerdem würde ich gerne Personen aus der Praxis befragen, wie sie mit der
Spieltherapie arbeiten und für wie wirksam sie sie einschätzen.Vielleicht können Sie mir ja weiterhelfen,
oder sich eventuell für ein Interview bereiterklären, falls sie überhaupt mit der Spieltherapie arbeiten.
Ich danke Ihnen sehr herzlich,
Verena H

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Zur Bearbeitung innerpsychischer Konflikte ist das Spiel eines der Hauptmedien der analytischen
Kinderpsychotherapie. Es geht hierbei jedoch nicht darum, wie in anderen Therapieformen z.B. der
Ergotherapie oder lernpsychologisch orientierten Psychotherapien bestimmte Fertigkeiten mit Hilfe des
Spiels zu entwickeln, in denen im Gegensatz zur Kinderanalyse das Spiel, der Umgang mit den Gegenständen
und die dazugehörigen Lernprozesse, Ziel der Therapie ist. In der Kinderanalyse ist das Spiel eher Mittel
zum Zweck. Über das Spiel erlangt der Therapeut Zugang zum Unbewussten, so wie es in der Psychoanalyse
Erwachsener z.B. unter Nutzung der freien Assoziation geschieht. In den Anfangsjahren der Psychoanalyse
ging man davon aus, dass mit Kindern ein solches psychotherapeutisches Vorgehen nicht möglich ist, bis
die Erfahrung zeigte, dass Kinder im Spiel unbewusste Konflikte abbilden. An diesem Punkt setzt dann die
Intervention durch den Therapeuten ein, mit Hilfe verbaler Deutungen oder auch entsprechender Handlungen.
Ziel ist es, den Patienten innerpsychische Konflikte bewusst zu machen, um sie auf dieser Ebene zu
bearbeiten und eine Lösung zu finden oder aber unbewusste Prozesse anzuregen, um eine ins Stocken
geratene Entwicklung wieder in Gang zu setzen. Sollten Sie Ihre Diplomarbeit über diese Art "Spieltherapie"
schreiben, stehe ich Ihnen für ein Interview und Literaturhinweise gern zur Verfügung. Aktuelle Literatur
können Sie ansonsten aus der Fachpresse entnehmen wie z.B. "Analytische Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapie" mit Praxisbeispielen aus der Kinderanalyse und Buchbesprechungen. so finden
Sie z.B. im Heft 102 (2/1999) Die Buchbesprechung zu Verena Rossetti-Gsell: Spielen - Sprache der
kindlichen Seele oder im Heft 103 zu Lutz Müller/Dieter Knoll: Ins Innere der Dinge schauen.
Mit Symbolen schöpferisch leben (siehe auch die "Buchtips" auf meiner homepage). Sollten Sie weitere
Fragen haben, können Sie mich auch per e-mail erreichen.
Viele Grüße Antje Schwarz

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Ein Gedicht

Erdbeeren Beeren von der Erde, voll und rund, zergehen in meinem Mund, rutschen durch die Kehle,
auch in meine Seele. R
öten sie, mit kleinen grünen Punkten, und für Sekunden, fühl´ich mich mit dir Mama
Erde, auf´s innigste verbunden. Ich finde dieses Gedicht von mir paßt wunderbar als Kommentar zu ihrer
so liebevoll und warm gestalteten Homepage. Herzliche und kollegiale Grüße

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Lieber Herr W,
ich habe mich sehr über Ihr Gedicht im Gästebuch gefreut, vielen Dank! Interessant, von so einer Möglichkeit
zu erfahren, wie Initiationsriten jungen Menschen wieder nahegebracht werden. Da Initiation im psychischen
Leben eine große Bedeutung hat, spielt sie auch in der jungianischen Psychotherapie eine wichtige Rolle.
Insbesondere den tiefgreifenden Wandlungsprozess beim Übergang ins Erwachsenenleben erfahren viele
Jugendliche als Verunsicherung - im Konflikt hin- und hergerissen, noch im Paradies, der
geborgenheitvermittelnden Kindheit zu verharren und der Notwendigkeit, sich loszulösen, den Schritt in ein
autonomes Leben zu gehen. Krisenhafte Umweltbedingungen verschärfen derartige Konflikte, besonders
weil die meisten Menschen den Reifungsprozess unterstützende Initiationsriten kaum noch entsprechende
Bedeutung zumessen, diese so keine Anwendung finden und nicht stabilisierend wirken können.
Insofern finde ich Ihr Anliegen, junge Menschen wieder an solche Initiationsriten heranzuführen,
in dieser “haltlosen” Zeit besonders wichtig.
Mit herzlichen Grüßen Antje Schwarz

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Sehr geehrte Frau Schwartz,
ich hoffe sehr, daß Sie mir helfen können.
Seitdem ich aus meinem Internat weg bin (habe letztes Jahr Abi bemacht) fühle ich mich zunehmend
depressiver. Eigentlich hatte ich mich doch auf mein Studium gefreut und nun habe ich eigentlich zu garnichts
mehr Lust, habe keine Energie (es sei denn ich spiele gerade Hockey) und habe schon fast Kontaktzwang,
weil ich vor Einsamkeitsgefühlen kaputt gehe. Mein größtes Problem aber ist, dass ich nun schon seit
3 Jahren an Bulimie leide. Es tritt immer nur Phasenweise auf, aber zur Zeit ist es besonders schlimm,
und das obwohl ich gerade einen Freund gefunden habe mit dem ich eigentlich sehr glücklich bin.
Meine Bulimie ist nicht immer akut, es kommt in Phasen. Ich habe mich sogar schon meiner Freundin
geöffnet und sie um Hilfe gebeten, aber sie ist wohl machtlos.
Bitte sagen Sie mir wie komme ich am besten alleine davon los, denn eine Therapie kann ich nicht
machen, denn meine Eltern dürfen es auf keinen Fall erfahren!

Ich würde mich freuen, bald von Ihnen zu hören.

Danke!

Ihre A.

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Liebe A,

bei dem, was Sie beschreiben, handelt es sich um eine schwerwiegende Symptomatik, die einer
therapeutischen Behandlung bedarf. Da Sie 21 Jahre alt sind, brauchen Sie kein Einverständnis von Ihren
Eltern, wenn Sie eine Therapie aufnehmen, auch wenn Sie familienversichert sind. Möglicherweise hat
Ihr Leiden gerade auch damit zu tun, dass es Ihnen schwerfällt, sich als eine von Ihren Eltern unabhängige
Persönlichkeit zu sehen. Sie sind in einem Alter, in dem Sie anfangen sollten, eigene Wege zu gehen.
Deshalb empfehle ich Ihnen dringend, sich therapeutische Hilfe zu suchen. Vielleicht finden Sie in Ihrer
Nähe auch eine Selbsthilfegruppe, die Ihnen die ersten Schritte zu einer Therapie erleichtern kann.

Ich wünsche Ihnen viel Glück.
Viele Grüße
Antje Schwarz

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Was ist der Unterschied zwischen Spielpädagogik und Spieltherapie?
Ich befasse mich mit der Kinderpsychotherapie von Axline (Spieltherapie) und Oaklander (Gestalttherapie)
und soll in meiner Arbeit den Unterschied zur Spielpädagogik aufzeigen. Kann mir denn jemand erklären,
was Spielpädagogik und was Spieltherapie ist?
Vielen Dank!

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Spielpädagogik und Spieltherapie unterscheiden sich in Zielsetzung und Methodik. Bei der Spielpädagogik
geht es darum, dass Kinder mit dem Spiel verschiedenste Fertigkeiten und Fähigkeiten erwerben, um so
auf das Erwachsenenleben vorbereitet zu werden. Der Pädagoge hat hier z.B. die Aufgabe, das Kind
anzuleiten, ihm zu erklären, wie es mit den Dingen umgehen kann, es dabei zu begleiten und zu unterstützen.
Wird das Spiel als Medium in der Psychotherapie eingesetzt, stützt man sich auf die Erfahrung, dass
Kinder im selbstgewählten Spiel unbewusste psychische Inhalte symbolisieren. Der Therapeut greift
weniger ins Spiel ein, sondern bringt innerpsychische Konflikte deutend ins Bewusstsein und bearbeitet
sie mit dem Kind. Auf diesem Wege sollen innerpsychische Konflikte gelöst und so die darauf basierenden
Symptome beseitigt werden. A.S.

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Hallo Antje!
Danke erstmal für deine Antwort! Siche rweiß ich, dass ich HILFE brauche, aber ich habe einfach Angst,
dass das meine Mam alles erfährt und mich dafür hasst, das ich ihr nichts gesagt habe. Außerdem habe
ich Angst, in eine psychische Klinik abgeschoben zu werden. Aber am meisten Angst habe ich vor mir selber,
weil ich nicht weiß, zu was ich noch alles in der Lage bin. Ich habe schon 2 Selbstmordversuche hinter
mir und manchmal wünsche ich mir, dass mein Bruder mich damals umgebracht hätte, dann würde ich
mit meinem Leben jetzt nicht solche Probleme haben.
Oki, bevor ich dir noch weiter auf die Nerven gehen, höre ich am Besten jetzt an dieser Stelle auf!

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Liebe A,

Therapeuten sind zum Schweigen gegenüber der Umwelt verpflichtet. Entsprechend erfährt auch
niemand, der es von deiner Seite aus nicht erfahren soll, dass du in Therapie bist und somit auch nicht,
aus welchen Gründen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass du dich dort dann auch öffnen und entlasten,
Lösungen für dich und dein weiteres (glücklicheres) Leben finden kannst. Den Schritt zu einer Therapeutin
solltest du möglichst tun, bevor eine schwerere Krise eintritt und z.B. bei akuter Suizidgefährdung eine
Klinikeinweisung als notwenig betrachtet wird. Ansonsten kannst du ohne deine Zustimmung in keine
psychiatrische Klinik "abgeschoben" werden.

Nur Mut!
Viele Grüße Antje Schwarz

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hallo,
ich kann anika sehr gut verstehen, denn mir geht es genauso. auf einer weise sind therapeuten zum
schweigen verpflichtet, doch was, wenn der/die patient/in extreme suizidgedanken mit sich trägt?
ich kenne einige die wurden gegen ihren willen in eine klinik eingeliefert. wie ist das möglich??

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Idealerweise sollten die hinter den Suizidideen liegenden Probleme und Ursachen in der Therapie behandelt
werden. Dabei hat der Therapeut die wichtige Funktion, den Patienten zu halten und abzuschätzen, wie
real diese Suizidwünsche oder -phantasien sind. Eine Klinikeinweisung ist nur mit dem Einverständnis des
Patienten möglich, es sei denn, er steht kurz davor, sich das Leben nehmen zu wollen. In diesem Fall gibt
es gesetzliche Bestimmungen zur "Zwangseinweisung" - hier müssen allerdings schon deutliche Hinweise
vorhanden sein.
Die therapeutische Beziehung sollte jedoch möglichst dazu führen, dass der Patient sich nicht zwangsweise
einweisen lassen muss, sondern dass gemeinsam ein Weg gefunden wird, Lebensmut und die Lebensfreude
wieder wachsen zu lassen. A.S.

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Hallo ihr da alle,

Ich habe heute das erste Mal Frau Schwarz's Website besichtigt und bin wirklich sehr erstaunt, wieviele
Leute beitragen. Ich hatte auch ein (fuer meine Begriffe recht grosses) Problem, das vor ungefaehr 5 Jahren
anfing. Und zwar hatte ich Panikattacken, die mir das Gefuehl gaben, dass ich ersticke oder zumindest
nicht mehr atmen konnte. Mein Herz hat dann immer ganz schnell geschlagen und ich hatte Angst, ich
wuerde an Ort und Stelle sterben. Nachdem es das erste Mal passierte, wollte ich nirgendwo mehr alleine
hingehen. Das war manchmal recht schwierig, denn ich musste ja zur Schule und wollte auch mal meine
Freunde besuchen. Ausserdem hatte ich neben dem Abi noch gearbeitet. Mein damaliger Freund hatte
mich sehr unterstuetzt und meine kleine Schwester mich oft auf kleineren Wegen begleitet. Aber meine
Eltern (besonders mein Vater) dachten oft, ich uebertreibe und 'sollte mich mal zusammenreissen'.
Sobald ich in der Naehe von anderen Leuten war, ging alles, aber alleine sein klappte einfach nicht.
Ich dachte immer "Was, wenn ich jetzt ersticke? Keiner waere da, um mir zu helfen!!" Nach ungefaehr
einem Jahr habe ich mich ueberwunden, eine Therapie anzufangen, denn es konnte einfach nicht mehr
so weiter gehen. Meine Mutter hatte mich mit Antje Schwarz vermittelt und anfangs war ich sehr
skeptisch und mir war es irgendwie auch peinlich, wegen der vielen Vorurteile. Ich hatte es also kaum
jemandem erzaehlt.
Im ersten Jahr der Therapie wurde ich ungeduldig, da sich nichts geaendert hatte und ich wollte aufgeben.
Doch im zweiten Jahr konnte ich kleine 'Erfolgserlebnisse' berichten und wurde immer gluecklicher.

Ich schreibe hier ein, da ich viele negative Kommentare zu Therapien gehoert habe und mich auch noch
selbst an das Gefuehl der Ueberwindung erinnere. Und ich will auch nicht angeben, aber nach zwei Jahren
Therapie hat sich mein Leben WIRKLICH grundlegend veraendert. Es fing damit an, dass ich wieder alleine
Bus fahren konnte (was fuer ein Erlebnis!!), dann konnte ich alleine zur Schule gehen und wie froh war ich,
als ich endlich alleine Auto fahren konnte!! Wie sich der Rest ergab, weiss ich gar nicht mehr: Bin alleine
nach England gezogen, von dort alleine fuer vier Monate nach Australien gereist und habe gerade
(im Alter von 23) mein Studium in England angefangen.
Das haette ich mal nie erwartet, schliesslich konnte ich nicht mal alleine zum Briefkasten in unserer
Strasse gehen!!

Ich hoffe, ich habe Euch damit nicht gelangweilt, ich wollte Euch nur ein bisschen Mut geben: Auch
wenn es erst schwer ist, sich einzugestehen, dass man 'ein Problem hat' und dann die Therapie auch
etwas dauert und man nur langsam Fortschritte macht: Es lohnt sich und es hilft WIRKLICH.
Zumindest wenn man daran glaubt und wirklich Hilfe annehmen kann!

Susie

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Wer kann mir sagen, wo ich eine therapeutische Sandspielkiste erhalten kann oder kann man diese nur
selberbauen?
Bin über jeden Hinweis dankbar.
Manuela

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HAloo!

Es gibt eine Deutsche Gesellschaft für Sandspieltherapie

www.sandspiel.de

dort sind unter "Mitglieder" alle Therapeuten nach PLZ aufgeführt.

Kay S

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hallo, hatte heute das lezte gespräch mit meiner jugendthera. hab auch nun enfdlich mal eine feste
diagnose. sonst hieß es ja immer ein bischen das ein bischen davon und dann eher richtung sowieso.
nun wollte ich fragen wer was damit anfangen kann oder eine ähnliche diagnose hat. und so klingt das ganze (rechtgeschwollen):

Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit vorwiegend ängstlich vermeidenden und zwanghaften anteilen
und postpupertären autonomiebestreben.

ich hoffe es tippen ein paar leute was dazu. bin leicht überfordert damit.

angel

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Lieber Angel,

eigentlich ist so eine Diagnose insbesondere für die das therapeutische Herangehen von Bedeutung.

In der Therapie kannst du dich dann tiefergründiger kennenlernen, als es je mit einer Diagnose ausgedrückt
werden kann.

Eigentlich bedeutet dein Diagnose in diesem Falle nur, dass du bemüht bist, dich von deinen Eltern
loszulösen (Autonomiebestreben und das nach Abschluss der Pubertät = postpubertär). Dabei gibt
es Dinge, die dich ängstigen, die du deshalb vermeidest oder weshalb du nach Strategien suchst,
zu mehr Halt zu kommen. Das sind dann die zwanghaften Anteile - und davon kann es viele geben,
wie etwa Waschzwang, Kontrollzwang, Ordnungszwang oder auch Verhaltensweisen anderen
Menschen gegenüber.

Insgesamt scheint es sich bei dir eher um die Bewältigung einer Entwicklungskrise zu handeln, als
um eine schwerere Störung. So ist in deinem Falle eine Therapie sinnvoll zur Lösung dieser Krise
und der damit zusammenhängenden innerpsychischen Konflikte, damit es nicht zu einer tieferen
Störung kommt.

Alles Gute
Antje Schwarz

pfeil

Copyright Antje Schwarz